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Business-Event mit Catering – Wochenrückblick der Eventbranche

Was die Eventbranche diese Woche bewegt

Wochenrückblick · 22. bis 29. Juli 2026

Die Nachfrage nach persönlichen Begegnungen ist hoch, zugleich steigen die Anforderungen an Veranstalter, Locations und Dienstleister. Wachstum in Frankfurt, Kostendruck, überprüfbare Nachhaltigkeit und datenbasierte Venue-Steuerung gehören zu den Themen, die die Eventbranche aktuell beschäftigen.

Frankfurt 2025 7,92 Mio. Teilnehmende bei Veranstaltungen vor Ort
Wachstum +12,4 % mehr Teilnehmende als im Vorjahr
Firmen als Veranstalter 69,6 % und damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt

Unsere Auswahl: Vier Entwicklungen mit praktischer Bedeutung für Unternehmen und Veranstalter. Reine Personalien, Agenturaufträge und Produktmeldungen haben wir bewusst aussortiert.

Rhein-Main

Frankfurt meldet fast acht Millionen Veranstaltungsgäste

Für die Eventbranche im Rhein-Main-Gebiet sind die neuen Zahlen aus Frankfurt besonders interessant. Nach dem aktuellen Meeting- & EventBarometer fanden 2025 in der Stadt 74.862 Veranstaltungen mit insgesamt 7,92 Millionen Teilnehmenden vor Ort statt.

Während die Zahl der Veranstaltungen lediglich um 1,5 Prozent zunahm, stieg die Zahl der Teilnehmenden um 12,4 Prozent. Persönliche Veranstaltungen werden also nicht nur weiterhin nachgefragt. Sie erreichen in Frankfurt wieder eine beachtliche Größenordnung.

Besonders deutlich zeigt die Untersuchung die Bedeutung von Firmenveranstaltungen. Drei Viertel aller Events waren beruflich veranlasst. Unternehmen stellten 69,6 Prozent der Veranstalter und lagen damit in Frankfurt klar über dem bundesweiten Durchschnitt von 52,5 Prozent.

Interessant ist auch die Größenverteilung: 63,6 Prozent der Veranstaltungen hatten höchstens 100 Teilnehmende. Die Eventwirtschaft besteht damit nicht nur aus Großkongressen und öffentlich sichtbaren Großveranstaltungen. Kleine und mittlere Business-Events bilden einen erheblichen Teil des Marktes.

Was das für Unternehmen bedeutet

Persönliche Begegnungen bleiben ein wichtiges Instrument für Kommunikation, Vertrieb, Mitarbeiterbindung und Markenführung. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Konzeption, Aufenthaltsqualität, Gastronomie und einen reibungslosen Ablauf.

Rahmenbedingungen

Der Veranstaltungsstandort Deutschland gerät unter Druck

Trotz der positiven Nachfrage sieht die Branche strukturellen Handlungsbedarf. Das Forum Veranstaltungswirtschaft hat bei einem parlamentarischen Frühstück in Berlin bessere Rahmenbedingungen für Messen und Kongresse gefordert. Das Thema bleibt im Juli auf der Branchenagenda.

Als Probleme nennt die Allianz unter anderem steigende Personal- und Energiekosten, bürokratische Belastungen, langwierige Visa-Verfahren und fehlende Investitionsanreize. Deutschland verfüge weiterhin über leistungsfähige Messeplätze, starke Unternehmen und international bedeutende Veranstaltungsformate. Diese Position sei im globalen Wettbewerb jedoch nicht selbstverständlich.

Das ist keine rein politische Debatte. Steigende Kosten und kompliziertere Prozesse landen letztlich in der konkreten Eventplanung. Veranstalter müssen früher kalkulieren, Entscheidungen schneller treffen und Leistungen genauer definieren. Kurzfristige Änderungen bleiben möglich, werden organisatorisch und wirtschaftlich aber immer schwieriger.

Praktische Konsequenz

Auftraggeber sollten Dienstleister frühzeitig einbeziehen und bereits zu Beginn realistische Angaben zu Gästezahl, Veranstaltungsort, Zeiten, Infrastruktur und Budget machen. Gute Planung wird zunehmend zum entscheidenden Kostenfaktor.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit muss künftig belegbar sein

Nachhaltigkeit in der Eventbranche entwickelt sich von einer freiwilligen Haltung zu einem strukturierten und überprüfbaren Bestandteil der Veranstaltungsorganisation.

Die Deutsche Managementsystem Zertifizierungsgesellschaft DMSZ und die Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft fwd: haben ein gemeinsames Prüfprogramm für Zertifizierungen nach DIN ISO 20121 entwickelt und bei der Deutschen Akkreditierungsstelle eingereicht. Die internationale Norm beschreibt ein Managementsystem für nachhaltige Veranstaltungen.

Dabei geht es nicht nur um Mehrweggeschirr oder die Kompensation einzelner Emissionen. Betrachtet werden unter anderem Verantwortlichkeiten, Beschaffung, Ressourcenverbrauch, soziale Auswirkungen, Abläufe und die kontinuierliche Verbesserung.

Zusätzliche Bedeutung bekommt das Thema durch strengere Anforderungen an Umweltwerbung. Pauschale Aussagen wie „klimaneutrales Event“ oder „nachhaltiges Catering“ müssen nachvollziehbar belegt werden können. Wer Nachhaltigkeit verspricht, braucht belastbare Prozesse und dokumentierte Maßnahmen.

Relevant für das Catering

Herkunft und Einsatz von Lebensmitteln, Abfallvermeidung, Mehrwegsysteme, Transportwege, Energieverbrauch und eine realistische Mengenplanung werden immer häufiger Teil von Ausschreibungen und Kundengesprächen.

Technologie

KI soll Besucherströme und Abläufe besser steuerbar machen

Wie konkret Digitalisierung in der Eventbranche werden kann, zeigt ein neues Projekt in der Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf. Der Betreiber D.LIVE setzt dort gemeinsam mit knw. auf eine KI-gestützte Analyse von Besucherströmen und Aufenthaltsverhalten.

Das System soll unter anderem erfassen, wann im Eingangsbereich Lastspitzen entstehen, welche Wege Gäste nutzen, wie lange sie sich in bestimmten Bereichen aufhalten und wo sich Engpässe entwickeln.

Solche Informationen sind nicht nur für Sicherheit und Besucherführung relevant. Sie können auch den Einsatz von Personal, die Platzierung gastronomischer Angebote und die Vorbereitung auf stark frequentierte Pausenzeiten verbessern.

Für die Gastronomie einer Veranstaltung ist das ein wichtiger Punkt. Mengenplanung und Personaleinsatz beruhen bislang häufig auf Erfahrungswerten, Zeitplan und erwarteter Gästezahl. Präzisere Daten können künftig helfen, Warteschlangen zu reduzieren, Verkaufsstellen besser zu positionieren und Lebensmittelverluste zu vermeiden.

Entscheidend bleibt

Technologie allein macht noch keine gute Veranstaltung. Ihr Wert entsteht erst, wenn aus den Daten bessere operative Entscheidungen für Gäste, Personal und Abläufe folgen.

Einordnung

Was Veranstalter daraus mitnehmen können

Die Nachrichten zeigen vor allem eines: Veranstaltungen werden nicht weniger wichtig, aber professioneller und anspruchsvoller. Die Nachfrage nach persönlicher Begegnung ist vorhanden. Gleichzeitig müssen Budgets belastbar geplant, Nachhaltigkeitsaussagen belegt und Abläufe immer genauer gesteuert werden.

Früher abstimmen

Location, Technik, Logistik und Catering sollten nicht als getrennte Einzelpositionen geplant werden.

Belastbar kalkulieren

Gästezahl, Zeitplan, Infrastruktur und Budget müssen möglichst früh realistisch zusammengeführt werden.

Maßnahmen belegen

Nachhaltigkeit wird glaubwürdig, wenn konkrete Prozesse, Kennzahlen und Zuständigkeiten dahinterstehen.

Daten praktisch nutzen

Neue Technik lohnt sich dann, wenn sie Wartezeiten, Personaleinsatz und Gästeerlebnis tatsächlich verbessert.

Aus Sicht der Kochwerkstatt ist besonders wichtig: Catering beginnt nicht erst mit der Auswahl der Speisen. Gästezahl, Zeitplan, Raumaufteilung, Strom, Wasser, Transportwege und gewünschte Ausgabeform entscheiden maßgeblich darüber, welches gastronomische Konzept vor Ort zuverlässig funktioniert.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktioneller Stand: 29. Juli 2026. Die Auswahl konzentriert sich auf Entwicklungen mit praktischer Relevanz für Unternehmen, Veranstalter und die Eventgastronomie.

Corporate Event geplant?

Die Kochwerkstatt entwickelt gastronomische Konzepte für Unternehmensveranstaltungen im Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus. Von der ersten Idee über Service und Logistik bis zur Umsetzung vor Ort.