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Corporate Event und B2B-Messe mit professionellem Catering und digitaler Eventsteuerung

Frankfurt wächst, Events werden messbarer: Vier Entwicklungen mit Folgen für Planung und Catering

Frankfurt gewinnt ein stark wachsendes internationales B2B-Format. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Daten, Kennzeichnung und belastbare Prozesse in der Event- und Cateringbranche.

Thema 1Die Space Tech Expo Europe zieht 2027 nach Frankfurt
Thema 2CO₂-Bilanzen rücken in die Planungsphase
Thema 3KI-Avatare brauchen sichtbare Transparenz
Thema 4Nachhaltigkeitsnachweise werden zur Betriebsaufgabe

Für Unternehmen, Agenturen und Veranstalter reicht es immer seltener, nur Location, Programm und Gästezahl festzulegen. Auch Klimawirkung, KI-Transparenz, Nachhaltigkeitsdaten und die rechtssichere Kommunikation gastronomischer Leistungen gehören früher in die Planung.

Diese vier Entwicklungen vom 7. bis 20. August 2026 sind dafür besonders relevant. Den vorherigen Rückblick zu Green Claims, Besucherlogistik und Erlebnisräumen finden Sie hier.

Thema 1 · Veranstaltungsstandort Rhein-Main

Die Space Tech Expo Europe zieht 2027 nach Frankfurt

Die Space Tech Expo Europe wird ab 2027 in Frankfurt stattfinden. Der Wechsel ist bemerkenswert, weil das Format Bremen nicht aus strategischer Unzufriedenheit verlässt, sondern aus Platzmangel. Seit dem Start 2015 ist die Messe von rund 150 Ausstellern und 2.600 Teilnehmenden auf mehr als 950 Aussteller und über 12.000 Teilnehmende im Jahr 2025 gewachsen. Für die Ausgabe 2026 werden in Bremen erstmals sämtliche verfügbaren Flächen von der ÖVB-Arena bis zur Halle 7 genutzt.

Nach Angaben des Veranstalters Smarter Shows, der inzwischen zu Informa Markets gehört, ist die begrenzte Kapazität des Bremer Messezentrums der einzige Grund für den Wechsel. Damit gewinnt Frankfurt ab 2027 Europas größtes B2B-Event für die Raumfahrtindustrie.

Für den Eventstandort Rhein-Main ist das mehr als eine einzelne neue Messe. Große internationale Fachveranstaltungen bringen nicht nur Aussteller und Besucher auf das Messegelände. Sie erzeugen Bedarf bei Hotellerie, Logistik, Technik, Personal, Side Events, Kundenveranstaltungen und gastronomischer Versorgung.

Einordnung aus Caterer-Sicht

Wenn ein Format auf mehr als 12.000 Fachbesucher und fast 1.000 Aussteller wächst, reicht klassische Standversorgung allein nicht aus. Gefragt sind parallel funktionierende Konzepte für Aussteller, Besucher, Crews, Konferenzen, Abendveranstaltungen und individuelle Markenauftritte. Wachstum auf Kundenseite verlangt Skalierbarkeit auf Dienstleisterseite.

Mehr zu unseren operativen Leistungen für Messen und Großveranstaltungen.

Thema 2 · Messbare Planung

CO₂-Bilanzen wandern von der Nachbereitung in die Planung

Wie hoch die Emissionen einer Veranstaltung waren, wird häufig erst nach dem Event berechnet. Dann können die Ergebnisse dokumentiert werden, die wesentlichen Entscheidungen sind jedoch längst gefallen. Eine neue Studie von Valerie I. Grimm und Thomas Bauer von der DHBW Ravensburg setzt deshalb bereits in der Planungsphase an.

Das entwickelte Modell soll den standortbezogenen CO₂-Fußabdruck anhand konkreter Planungsparameter prognostizieren. Für verschiedene Veranstaltungskomponenten und Dienstleistungen werden Emissionsquellen systematisch erfasst und dem jeweiligen Ort der Leistungserbringung zugeordnet. Berücksichtigt werden unter anderem Energieverbrauch und Catering. Das Forschungsprojekt entstand gemeinsam mit der Messe Frankfurt.

Der praktische Nutzen liegt im Zeitpunkt. Wenn Szenarien vor einer Veranstaltung verglichen werden, können Location, Energieversorgung, Produktionsweise, Logistik und Cateringkonzept nicht nur nach Kosten und Wirkung, sondern zusätzlich nach ihrer voraussichtlichen Klimawirkung beurteilt werden.

Eine Prognose bleibt allerdings nur so belastbar wie ihre Datengrundlage. Fehlende Verbrauchswerte, unterschiedliche Berechnungsmethoden und unklare Zuständigkeiten in der Lieferkette verschwinden nicht durch ein neues Modell. Die Untersuchung liefert deshalb keinen automatischen Klimawert, sondern eine Struktur für frühere und bessere Entscheidungen.

Daten

Früher erfassen

Wareneinsatz, Produktion, Energie, Transporte, Mehrweg und Abfälle müssen bereits in Angebot und Konzeptphase berücksichtigt werden.

Wirkung

Gesamtsystem bewerten

Ein klimafreundlich wirkendes Menü reicht nicht, wenn zusätzliche Transporte oder energieintensive Zwischenlagerung die Vorteile wieder aufheben.

Bei Corporate Events entsteht die sinnvollste Lösung aus dem Zusammenspiel von Speiseplanung, Produktion, Logistik, Ausgabe und realistischer Gästezahl.

Thema 3 · Künstliche Intelligenz

KI-Avatare werden zum Eventwerkzeug – Transparenz wird zur Pflicht

Ein aktuelles Praxisbeispiel zeigt, wie schnell generative KI in reale Veranstaltungsabläufe einzieht. Weil eine Eventverantwortliche zwei Konferenzen zeitgleich eröffnen sollte, übernahm bei einer Veranstaltung ihr digitaler Zwilling die Begrüßung. Der KI-Avatar löste damit zunächst ein konkretes Terminproblem.

Digitale Abbilder realer Personen können Begrüßungen mehrsprachig ausspielen, Inhalte verlängern oder Programmpunkte trotz räumlicher Distanz ermöglichen. Gleichzeitig berühren sie Vertrauen, Persönlichkeitsrechte und die Frage, ob das Publikum jederzeit erkennt, dass es keine Live-Ansprache sieht.

Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Act. Sie betreffen unter anderem direkt interagierende KI-Systeme sowie KI-generierte oder manipulierte Inhalte, die mit echten Personen oder Ereignissen verwechselt werden können. Anbieter müssen bei bestimmten Systemen technische Kennzeichnungen ermöglichen. Anwender müssen Menschen unter anderem darüber informieren, wenn sie mit einem KI-System interagieren oder Deepfake-Inhalten ausgesetzt sind.

Einordnung aus Hospitality- und Markenerlebnis-Sicht

Ein KI-Effekt darf überraschen, seine Herkunft aber nicht verschleiern. Digitale Hosts können Orientierung, Mehrsprachigkeit oder eine kreative Ebene ergänzen. Sie ersetzen jedoch nicht automatisch persönliche Nähe. Vor dem Einsatz müssen Rechte, Kennzeichnung, spätere Ausspielung und redaktionelle Verantwortung eindeutig geklärt sein.

Wie wir digitale und reale Elemente transparent behandeln, erläutern wir unter Bildwelt & KI. Mehr zu markengerechter Hospitality finden Sie bei unseren kulinarischen Markenerlebnissen.

Thema 4 · Nachweise und Zertifizierung

Nachhaltigkeitsnachweise werden zur Betriebsaufgabe

Der degefest – Verband der Kongress- und Seminarwirtschaft – hat seinen Nachhaltigkeitsbericht für 2025 nach dem freiwilligen VSME-Standard veröffentlicht. VSME steht für „Voluntary Sustainability Reporting Standard for non-listed SMEs“ und richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, die nicht unmittelbar zur umfassenden Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD verpflichtet sind.

Freiwillig bedeutet dabei nicht unwichtig. Auch kleinere Eventdienstleister erhalten zunehmend Fragen von Auftraggebern, Banken oder Geschäftspartnern zu Umwelt, sozialen Aspekten und Unternehmensführung. Ein gemeinsamer Rahmen kann verhindern, dass dieselben Informationen für jeden Kunden neu und in einem anderen Format zusammengesucht werden müssen.

Wie konkret solche Nachweise im gastronomischen Betrieb werden, zeigt die Bio-Zertifizierung. Wer bei einer Veranstaltung Lebensmittel als „Bio“ oder „Öko“ bewirbt, benötigt grundsätzlich eine passende Zertifizierung. Ist das ausführende Unternehmen nicht dauerhaft nach der Bio-Außer-Haus-Verpflegungs-Verordnung zertifiziert, kann für einzelne Veranstaltungen ein befristetes Veranstaltungszertifikat beantragt werden. Die Anmeldung muss mindestens vier Wochen vor Veranstaltungsbeginn erfolgen; das Zertifikat ist höchstens zwei Monate gültig.

Damit wird aus einer zunächst werblich klingenden Aussage eine Aufgabe für Einkauf, Warenannahme, Lagerung, Rezepturen, Speisekarte, Buchhaltung und Kommunikation. Auch bei mehreren gastronomischen Partnern muss eindeutig sein, wer welche Bio-Aussage verantwortet und welcher Nachweis dafür vorliegt.

Einordnung aus Catering- und Betriebsgastronomie-Sicht

Nachhaltigkeitsberichte und Zertifikate ersetzen keine tatsächliche Verbesserung. Sie zwingen Unternehmen aber dazu, Maßnahmen, Daten und Verantwortlichkeiten systematisch zu organisieren. Bio-Kommunikation darf deshalb nicht erst am Veranstaltungstag als dekorative Ergänzung entstehen.

Für Betriebsrestaurants kann es sinnvoller sein, klar definierte Produktgruppen dauerhaft umzustellen, statt gelegentlich viele einzelne Bio-Produkte einzukaufen.

Fazit: Wachstum braucht belastbare Strukturen

Die vier Entwicklungen wirken auf den ersten Blick sehr unterschiedlich. Tatsächlich beschreiben sie dieselbe Veränderung: Professionelle Veranstaltungen werden größer, datenabhängiger und erklärungsbedürftiger.

Der Wechsel der Space Tech Expo Europe zeigt das Wachstumspotenzial des Standorts Frankfurt. CO₂-Prognosen verlagern Nachhaltigkeitsentscheidungen nach vorne. Der Einsatz von KI erweitert die gestalterischen Möglichkeiten, verlangt aber sichtbare Transparenz. Und Nachhaltigkeitsberichte sowie Bio-Zertifizierungen machen aus allgemeinen Versprechen konkrete Betriebsaufgaben.

Für Unternehmen und Veranstalter bedeutet das: Bereits im Briefing sollten Kapazitäten, Datenbedarf, Nachweise, Kennzeichnung und Verantwortlichkeiten geklärt werden. Für Dienstleister entsteht daraus zusätzlicher organisatorischer Aufwand – zugleich aber die Chance, sich durch verlässliche Strukturen von austauschbaren Angeboten abzuheben.

Aus Sicht eines Full-Service-Caterers bleibt gute Kulinarik entscheidend. Bei Corporate Events, Messen, Großveranstaltungen und in der Betriebsgastronomie reicht sie allein jedoch nicht aus. Zukunftsfähig sind Konzepte, die geschmacklich überzeugen, operativ funktionieren und ihre Aussagen belegen können.

Quellen und weiterführende Informationen

Pressestelle des Senats Bremen: Space Tech Expo Europe verlässt Bremen nach elf erfolgreichen Jahren, 17. August 2026

Space Tech Expo Europe: About us

Journal of Convention & Event Tourism: Forecasting location-based event carbon footprints

BlachReport: Studie der DHBW Ravensburg prognostiziert Event-Emissionen, 13. August 2026

Event Partner: Zwei Konferenzen, eine Director Events, 13. August 2026

EU-Kommission: Leitlinien zu den Transparenzpflichten aus Artikel 50 des AI Act

degefest: VSME-Nachhaltigkeitsbericht 2025

Deutscher Nachhaltigkeitskodex: VSME für freiwillig Berichtende

Oekolandbau.de: Bio-Zertifizierung von Catering bei Veranstaltungen

Wachstum braucht einen Partner, der mitwächst

Wir verbinden Catering, Hospitality und operativen Veranstaltungsbetrieb für Corporate Events, Messen und Großformate im Rhein-Main-Gebiet und europaweit.